Vogelfrei in Heidelberg

Über uns

Für die Produktion im Sommer 2017 sind mit großer Wahrscheinlichkeit keine Rollen mehr zu vergeben. Wir freuen uns aber immer über Hilfe rund um die ganze Produktion. Solltet Ihr Interesse haben, schreibt uns einfach an.

Gegründet wurde die Theatergruppe Vogelfrei im Wintersemester 2006/07 mit dem Ziel, nach mehrjähriger Abstinenz endlich wieder eine Theatergruppe am Germanistischen Seminar zu etablieren. Bei uns spielen und wirken etwa zwanzig Studierende nicht nur aus der Germanistik sondern aus allen möglichen Bereichen wie beispielsweise Geschichte, Biologie, Theologie, Chemie, Philosophie, Kunstgeschichte, Anglistik, Politikwissenschaften und weiteren Fachrichtungen sowie aus so ziemlich jedem Semester.

Auch die siebte Aufführungszeit seit ihrer Gründung hat die Theatergruppe Vogelfrei inzwischen erfolgreich abgeschlossen und damit hat die Gruppe eine durchschnittliche „Studentenlebenszeit“ schon gut erreicht. Wir sind für eine Theatergruppe, zumal eine studentische, mit durchschnittlich 20 bis 25 Mitwirkenden pro Jahr schon fast außergewöhnlich groß.
In solch einer großen Gruppe sind Wechsel und Veränderung ein steter Begleiter. Zum Glück hatten wir bisher keine Probleme engagierte Menschen zu finden, die jedes Jahr dafür sorgen, dass im Garten des germanistischen Seminars in der Karlstraße 2 in wunderbarer Freilichtatmosphäre direkt unterhalb des Schlosses.

Los ging es im Sommer 2007 mit der frühneuhochdeutschen Komödie „Cornelius Relegatus“ von Johannes Sommer. Gesellschaftskritisch wurde es 2008 mit dem „Reigen“ von Arthur Schnitzler.

2009 nahmen wir uns Friedrich Dürrenmatts „Romulus der Große“ vor. 2010 haben wir Grabbes Lustspiel „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ aus dem Jahre 1822 bearbeitet, modernisiert und aufgepeppt. 2011 haben wir uns nach dem großen Erfolg 2007 und vor dem Hintergrund des Uni-Jubiläums entschlossen, „Cornelius Relegatus“ ein weiteres Mal aufzuführen, allerdings mit gründlich überarbeitetem Text, sowie neuen Ideen und Interpretationen. 2012 wiederum kehrten wir mit Arthur Schnitzlers großartigem Einakterzyklus „Anatol“ in die Moderne zurück.

Und hier fühlten wir uns so wohl, dass wir uns im Sommer 2013 zeitlich zwar nur ein paar Jahre weiter vor wagten, dafür betraten wir mit Kästners „Schule der Diktatoren” thematisch Neuland: Wenngleich von Kästner selbst als Komödie bezeichnet, ist das Stück ohne Zweifel in vielerlei Hinsicht politisch und stellenweise im wahrsten Sinne des Wortes todernst. Und doch kommen die typische Kästnersche Ironie und das Augenzwinkern nicht zu kurz, woraus sich eine spannende Mischung ergab. Mit hintergründigem Witz und einer ordentlichen Portion „romantischer Ironie“ wartete im Sommer 2014 Ludwig von Tiecks Komödie „Der gestiefelte Kater“ auf. In diesem gesellschafts- und theaterkritischen Stück, das die verklärten Illusionen der herkömmlichen Dramaturgie aufs Korn nimmt, verbarg sich ein ganz spezieller Kunstgriff: Ein Stück im Stück. Nicht nur die Schauspieler auf der Bühne, sondern auch das Publikum spielte verrückt. Seit langem in Planung, aber erst 2015 zur Vollendung gebracht wurde unsere Bearbeitung der „Pagenstreiche“ August von Kotzebues. In diesem possenhaften Schwank aus dem Jahre 1804 verschmelzen herzergreifende Verwirrungen und listige Schelmereien zu einem heiteren Theatervergnügen.